Sonntag, 18. Januar 2026

Adeste Fideles und die Bekehrung von Paul Claudel

Es gibt Melodien, die uns einen Augenblick begleiten und dann wie ein fernes Echo verklingen. Andere wiederum scheinen wie ein unterirdischer Fluss durch die Jahrhunderte zu fließen und in entscheidenden Momenten im Leben der Menschen wieder aufzutauchen. „Adeste fideles“ gehört zu dieser zweiten Kategorie: ein Weihnachtslied mit einer faszinierenden Geschichte, das verschiedene Völker und Sprachen im Geheimnis der Geburt Christi vereint. Lange Zeit wurde die Hymne dem hl. Bonaventura oder König Johann IV. von Portugal zugeschrieben, doch heute sind sich die Gelehrte einig, dass ihr Autor Sir John Francis Wade war, ein englischer katholischer Musiker des 18. Jahrhunderts. Wade war einer der Verbannten, die aufgrund der Katholikenverfolgung die Britischen Inseln verließen und sich in Douai in Nordfrankreich niederließen. Diese Stadt war damals ein wichtiges Zentrum des europäischen Katholizismus: Dort befand sich ein berühmtes katholisches Kolleg, gegründet von Philipp II. von Spanien, das englische Studenten und ins Exil gezwungene Geistliche aufnahm.

Einer anerkannten Überlieferung zufolge entdeckte Wade Text und Melodie von „Adeste fideles“ in Handschriften, die zwischen 1743 und 1744 in Archiven aufbewahrt wurden. Er transkribierte die Partitur und nutzte sie für liturgische Aufführungen mit einem katholischen Chor in Douai. 1751 beschloss er, seine Handschriften in einem Band mit dem Titel „Cantus Diversi pro Dominicis et Festis per annum“ zu sammeln und zu veröffentlichen. Diese Sammlung enthielt auch „Adeste fideles“, die erste bekannte gedruckte Quelle, die das Lied offiziell dokumentiert.

In Wades sorgfältig illuminierten Handschriften erscheint „Adeste fideles“ als Hymne für die Weihnachtsliturgie, von schlichter und feierlicher Struktur. Es ist eine eindringliche Einladung – „Herbei, o ihr Gläubigen!“ –, die sich allmählich zur Betrachtung des in Bethlehem geborenen Kindes öffnet. Die Kraft des Liedes liegt in seiner theologischen Klarheit und seiner Fähigkeit, die Gemeinde zu berühren und sie beinahe greifbar zur Krippe zu ziehen.

Wir geben hier de lateinischem Originaltext wieder:

Adeste fideles, læti triumphantes,
Venite, venite Bethlehem.
Natum videte regem angelorum:
Venite, adoremus, venite, adoremus,
Venite, adoremus Dominum!

Deum de Deo, lumen ad lumine,
Gestant puellæ viscera,
Deum verum, genitum non factum.
Venite, adoremus, venite, adoremus,
Venite, adoremus Dominum!

En grege relicto, humiles ad cunas
Vocati pastores appropiant.
Et nos ovanti gradu festinemus.
Venite, adoremus, venite, adoremus,
Venite, adoremus Dominum!

Æterni parentis splendorem æternum
Velatum sub carne videbimus.
Deum infantem, panis involutum.
Venite, adoremus, venite, adoremus,
Venite, adoremus Dominum!

Cantet nunc ‚Io’ chorus angelorum,
Cantet nunc aula cælestium,
Gloria in excelsis Deo.
Venite, adoremus, venite, adoremus,
Venite, adoremus Dominum!

Ergo qui natus die hodierna.
Jesu, tibi sit gloria,
Patris æterni verbum caro factum.
Venite, adoremus, venite, adoremus,
Venite, adoremus Dominum!

„Adeste fideles“ ist nicht nur ein Lied zum Anhören: Es ist ein Glaubensbekenntnis, das sich Vers für Vers wiederholt. Im 18. und 19. Jahrhundert überwand diese Melodie Grenzen und Kulturen. Vom heimlichen katholischen England gelangte sie nach Frankreich, Deutschland und Italien. Mit der Verbreitung des Notendrucks und neuer liturgischer Repertoires wurde „Adeste fideles“ zu einem der bekanntesten Weihnachtslieder im christlichen Westen. Es wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt: „O Come, All Ye Faithful“ auf Englisch, „Peuple fidèle“ auf Französisch und „Venite fedeli“ auf Italienisch. Herbei o ihr  Gläigigen auf Deutsch. Jede Übersetzung bewahrte ihren ursprünglichen Kern: die Einladung, alles hinter sich zu lassen, um dem Jesuskind im Stall von Bethlehem zu begegnen.---

Am Weihnachtsabend des Jahres 1886 irrte ein junger, achtzehnjähriger Student namens Paul Claudel, der sich vom Glauben abgewandt hatte, ruhelos durch die Straßen von Paris, als er beinahe zufällig die Kathedrale Notre-Dame betrat, die vom Klang der Orgel und dem Gesang des „Adeste fideles“ erfüllt war.

Claudel erinnerte sich an diesen entscheidenden Moment so: „Ich stand in der Menge, nahe der zweiten Säule vom Eingang zum Chor, rechts, Richtung Sakristei. In diesem Augenblick geschah das Ereignis, das mein ganzes Leben bestimmen sollte. Augenblicklich wurde mein Herz berührt, und ich glaubte. Ich glaubte mit einem so starken Gefühl der Verbundenheit, mit einer solchen Erhebung meines ganzen Wesens, mit einer so kraftvollen Überzeugung, mit einer Gewissheit, die keinen Raum für Zweifel ließ, dass von da an keine Vernunft, kein Umstand in meinem turbulenten Leben meinen Glauben erschüttern oder berühren konnte. Plötzlich hatte ich das durchdringende Gefühl der Unschuld, der ewigen Kindheit Gottes: eine unaussprechliche Offenbarung! Beim Versuch – wie ich es oft getan habe –, die Momente nach diesem außergewöhnlichen Augenblick zu rekonstruieren, finde ich folgende Elemente, die jedoch einen einzigen Blitz bildeten, eine einzige Waffe der göttlichen Vorsehung, um schließlich das Herz eines armen, verzweifelten Sohnes zu öffnen: ‚Wie glücklich sind die Gläubigen!‘“ Aber stimmte es? Es war wahrhaftig wahr! Gott existiert, er ist hier. Er ist jemand, ein persönliches Wesen wie ich. Er liebt mich, er ruft mich. Tränen und Schluchzer stiegen ihm in die Augen, und die zarte Melodie von „Adeste, fideles“ verstärkte die Gefühle noch.

Ungläubig betrat Paul Claudel die Kathedrale und verließ sie bekehrt. Das Lied mit seiner direkten und universellen Einladung hatte ihm eine persönliche Entscheidung gestellt. In den Worten „Venite“ erkannte der junge Mann etwas, das ihn tief berührte. Die musikalische Schönheit und die liturgische Feierlichkeit waren kein bloßes ästhetisches Merkmal, sondern der Träger einer Wahrheit, die sich ihm unmissverständlich aufdrängte. Claudel nahm den katholischen Glauben voll und ganz an, der zum Mittelpunkt seines Lebens und Wirkens wurde. Dichter, Dramatiker, Diplomat – er hörte nie auf, das christliche Geheimnis durch Worte zu ergründen. Doch alles begann in jener Nacht, mit jenem Lied.

„Adeste fideles“ erklingt bis heute jedes Jahr zu Weihnachten in Kirchen auf der ganzen Welt, oft ohne, dass jemand seine Geschichte kennt. Und doch. In diesen süßen Tönen zeugt noch immer eine stille, aber dennoch spürbare Kraft: die Fähigkeit geistlicher Musik, Türen zur Seele zu öffnen, Geist und Herz zu erreichen, wo Worte allein nicht genügen.

Heute wie damals begleitet dieses Lied die Weihnachtsfeier. Gesungen von beeindruckenden Chören oder in kleinen Gläubigen Gemeinschaften, bewahrt es seine ursprüngliche Kraft. Die Geschichte von Paul Claudel erinnert uns daran, dass Glaube auch auf diese Weise entstehen kann: nicht aus einer theologischen Abhandlung, sondern aus einer Melodie; nicht aus einem abstrakten Diskurs, sondern aus einer gesungenen Einladung. Die Töne eines Liedes, wenn sie wahrhaftig sind, können das Herz eines Menschen berühren und sein Leben verändern.

 

 Aus dem Italienischen in Corriposndenza Romana  von Roerto de Mattei

BIld: Wikipedia

Dienstag, 13. Januar 2026

Die düstere Morgendämmerung des Jahres 2026


 von Roberto de Mattei

Die düstere Morgendämmerung des Jahres 2026 bricht über einem Europa ein, das sich im Krieg befindet und es nicht ahnt. Selbst diejenigen, die es wissen, die diesen Krieg begonnen haben, vermeiden es sorgfältig, dies auszusprechen, und sprechen weiterhin von Frieden. Denn, wie der heilige Augustinus lehrt, wünschen sich selbst diejenigen, die Kriege fördern, nichts sehnlicher, als den Frieden durch einen Sieg zu sichern (De Civitate Dei, Buch XIX, Kap. VII). So erklärte Putin in seiner Marathon-Konferenz zum Jahresende, dass er Frieden wolle, aber auf der Grundlage der Achtung der Prinzipien, die ihn nicht zum Krieg, sondern zu einer „Sonderoperation“ in der Ukraine geführt hätten.

Der Krieg aber betrifft nun nicht nur die Ukraine, sondern Europa und den Westen. Es ist ein nicht erklärter, aber realer Krieg, der im heutigen Sprachgebrauch als hybrider Krieg bezeichnet wird. Was sich geändert hat, ist nicht die Natur des Konflikts, sondern seine Formen, seine Instrumente und vor allem die Schwelle der politischen Sichtbarkeit, ab der ein Staat bereit ist, zuzugeben, dass er sich im Krieg befindet. Er wird durch Geheimdienstoperationen, Sabotage feindlicher Infrastruktur, Drohnen, Schiffe ohne Flagge und unsichtbare U-Boote geführt, während parallel die Aufrüstung zur Vorbereitung eines offiziellen Krieges weiterläuft, von dem alle sprechen, den aber niemand erklärt.

Stromnetze fallen aufgrund mysteriöser „technischer“ Ausfälle aus, Computersysteme brechen unter „anonymen“ Angriffen zusammen, Luft- und Handelsrouten werden unsicher, Desinformationskampagnen verwirren die Öffentlichkeit so sehr, dass sie nicht mehr zwischen Angreifern und Verteidigern unterscheiden kann. Doch trotz alledem merkt niemand, dass er sich im Krieg befindet. Man kämpft in einer permanenten Grauzone, in der der Krieg existiert, aber mit seiner eigenen Leugnung koexistiert.

Der nicht erklärte Krieg ist keine Erfindung unserer Zeit, sondern ein fester Bestandteil der internationalen Geschichte, auch wenn die Art und Weise, wie er heute geführt wird, neu ist. Ein Paradebeispiel dafür sind die Vereinigten Staaten zwischen 1940 und 1941. In Europa donnerten die Kanonen, und Präsident Franklin D. Roosevelt war überzeugt, dass ein Sieg Nazideutschlands die amerikanische Sicherheit bedrohen würde. Die öffentliche Meinung in seinem Land war jedoch überwiegend gegen den Krieg.

Entschlossen zum Eingreifen, obwohl der für eine Kriegserklärung notwendige Konsens fehlte, führte Roosevelt einen von vielen Historikern als „unerklärt“ bezeichneten Krieg gegen Deutschland. Dieser Krieg wurde durch eine Reihe militärischer, logistischer und politischer Aktionen geführt, die die Vereinigten Staaten immer näher an eine direkte Konfrontation mit dem Dritten Reich brachten.

Das Zentrum dieses unerklärten Krieges war der Atlantik. Amerikanische Schiffe begannen, britische Konvois mit Nachschub zu eskortieren, obwohl sie wussten, dass sie sich dadurch deutschen U-Boot-Angriffen aussetzen würden. Im September 1941, nach dem Zwischenfall mit der USS Greer, einem amerikanischen Zerstörer, der in ein Gefecht mit einem deutschen U-Boot verwickelt war, verkündete Roosevelt die „Schießbefehl“-Politik: Deutsche Schiffe, die in den atlantischen Sicherheitszonen gesichtet wurden, durften ohne Vorwarnung angegriffen werden. Gleichzeitig unterstützte Washington die britischen Kriegsanstrengungen durch das Leih- und Pachtgesetz, das die Lieferung von Waffen und Material an Länder ermöglichte, die gegen die Achsenmächte kämpften. Tatsächlich hatte der Krieg bereits begonnen, auch wenn ihn niemand so nannte.

Diese Strategie stieß auf heftige Kritik des America First Committee, der größten isolationistischen Bewegung in der amerikanischen Geschichte, die Roosevelt vorwarf, das Land gegen den Willen des Volkes in den Konflikt hineingezogen zu haben. Die Wunden des Ersten Weltkriegs waren noch frisch, und Millionen Amerikaner befürchteten, dass eine neue militärische Intervention in Europa nur zu Tod, Schulden und innerer Instabilität führen würde. Der Slogan „America First“ verkörperte eine Weltanschauung, die auf den Prinzipien der Verteidigung des amerikanischen Kontinents, der Stärkung der nationalen Wirtschaft und der Ablehnung jeglicher Einmischung in Europa basierte.

Die Bewegung fand ihr bekanntestes Symbol in Charles Lindbergh, dem berühmten Atlantikflieger von 1927. In seinen Reden argumentierte Lindbergh, Deutschland sei militärisch unbesiegbar und eine amerikanische Intervention wäre sinnlos und verheerend. Einige seiner Aussagen, insbesondere jene, in denen er die Kriegstreiberei der Roosevelt-Regierung sowie amerikanischen und britischen Juden zuschrieb, lösten Antisemitismusvorwürfe aus und untergruben die Glaubwürdigkeit der Bewegung.

Doch am 7. Dezember 1941 griffen die Japaner die Vereinigten Staaten in Pearl Harbor an. Wenige Tage später erklärte Deutschland den Vereinigten Staaten den Krieg und besiegelte damit, was sich bereits seit Monaten angebahnt hatte. Das America First Committee löste sich abrupt auf. Angesichts eines direkten Angriffs auf amerikanischem Boden erkannten die Anführer der Bewegung selbst, dass von diesem Moment an die nationale Einheit Vorrang vor jeder ideologischen Spaltung hatte.

Wenn das America First Committee in einem Kontext entstand, der vom Trauma des Ersten Weltkriegs und der Angst vor unnötigen Opfern geprägt war, so erlebt der Isolationismus heute in den Vereinigten Staaten eine Renaissance in Form einer Kritik an den wirtschaftlichen und menschlichen Kosten globalen Engagements. Es wäre jedoch ein Fehler, die jüngste Nationale Sicherheitsstrategie (NSS) der USA, die 2025 vom Weißen Haus veröffentlicht wurde, isolationistisch zu interpretieren. Das Dokument stellt die Interessen der Vereinigten Staaten als nationale Priorität dar und definiert Europa als einen Kontinent im Niedergang. Washington erklärt sich jedoch bereit, mit einem starken Europa zusammenzuarbeiten, das in der Lage wäre, zum strategischen Wettbewerb, auch militärisch, beizutragen. Die Möglichkeit einer Auslöschung der europäischen Identität, die das Dokument mit Sorge hervorhebt, ist eine reale Gefahr, die Europa scheinbar nicht erkennt. Der meistdiskutierte Satz im Text, „Wir wollen, dass Europa europäisch bleibt“, bedeutet, dass Europa aufhört, es selbst zu sein, und zu seinen Wurzeln zurückkehren muss. Es sind die europäischen Nationen, die die Verantwortung übernehmen müssen, das wiederzuerlangen, was das Dokument des Weißen Hauses als „zivilisatorisches Selbstwertgefühl“ bezeichnet, also das Bewusstsein für das historische und kulturelle Erbe des alten Kontinents. Aus einer ähnlichen Perspektive betonte Leo XIV. in seiner Weihnachtsbotschaft Urbi et Orbi die Notwendigkeit, dass Europa seinen christlichen Wurzeln und seiner Geschichte treu bleibt. Der europäische Niedergang äußert sich heute in Form eines „Neo-Pazifismus“, der eine Wählerschaft anspricht, die der Kriege in der Ferne überdrüssig ist. Doch der Pazifismus entspringt einer Geschichtsverleugnung: der Illusion, dass es genüge, sich „für den Frieden“ zu erklären, um ihn zu vermeiden. Diese Haltung legitimiert hybride Kriegsführung, weil sie deren Narrativ akzeptiert. Eines der wichtigsten Instrumente hybrider Kriegsführung ist die Manipulation der öffentlichen Meinung. Dies geschieht durch Desinformationskampagnen und Friedensaufrufe, die in Wirklichkeit mit der Forderung nach Kapitulation vor einem Feind einhergehen, der sich nicht als Feind zu erkennen gibt.

Der Pazifismus, der die Existenz eines Konflikts leugnet, erweist sich somit als unfähig, einem Krieg zu begegnen, der sich nicht als Krieg darstellt. Frieden ist nicht länger das Ergebnis einer verteidigten Ordnung, sondern die Maske einer fortschreitenden Kapitulation. Hybride Kriegsführung ist tragisch, gerade weil sie die Tragödie leugnet: Sie fordert keine klaren Entscheidungen, sondern zehrt sie langsam auf,

bis der schließlich erklärte Krieg nicht mehr als Entscheidung, sondern als unausweichliches Schicksal erscheint.

Die Geschichte zeigt, dass Pazifismus kein neutraler Raum ist: Er ist das Terrain, auf dem diejenigen triumphieren, die bereit sind, Gewalt anzuwenden, ohne dies auszusprechen. Und wenn Frieden, wie Augustinus erklärt, die Ruhe der Ordnung ist, dann kann er nicht aus der Beseitigung von Konflikten entstehen, sondern nur aus dem Mut, sie anzuerkennen. Denn die wahre Alternative heute ist nicht zwischen Krieg und Frieden, sondern zwischen einem verteidigten und einem vorgetäuschten Frieden. Und Europa, vor dieser Wahl stehend, kann sie nicht länger hinauszögern, ohne eines Tages festzustellen, dass das Hinauszögern eine verhängnisvolle Entscheidung war.

 

Quelle: Corrispondenza Romana, 31. Dezember 2025.

 

Donnerstag, 8. Januar 2026

Das Pontifikalamt, 1890...

 


Ein Kardinal bereitet sich vor, ein Pontifikalamt zu feiern. 

Fürst der Kirche, Anwärter des Stuhles Petri, betet er, umhüllt mit seinem langen roten Umhang, bevor er die Paramente anlegt, die auf dem Altar warten. 

Sein Wappen ragt über der Szene hervor, die Kerzen leuchten, der Klerus umgibt ihn. Die heilige Pracht der Zeremonie wird sich mit majestätischer Langsamkeit entfalten. 

Ein junger Ministrant hält das Räuchergefäß, aus dem die duftenden Weihrauchkringel entkommen als Symbol für das vertrauensvolle Gebet, das zu Gott aufsteigt.

 

Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“, Dezember 2021, von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, DVCK e.V., Frankfurt.

Bild: Marceliano Santa Maria y Sedano

Palast von Riofrio, Segovia (Spanien)

© Nachdruck ist mit Quellenangabe gestattet.

Petrus van Schendel: Lesen bei Kerzenlicht (ca. 1870 Ernte).

 

In früheren Zeiten, als die Tage immer kürzer wurden, konnte man oft nicht mehr viel am Abend tun. Zum Arbeiten war es zu dunkel und auf dem Land wuchs zu dieser Zeit nicht viel. Aber wer Kerzen hatte, konnte jetzt etwas sehr gutes tun: Lesen. Weil gerade jetzt die vollen Terminkalender der täglichen Arbeit wegfielen, hatten die Menschen die Gelegenheit in aller Ruhe zu lesen und nachzudenken, was wirklich zählt. Eine Ruhe, die wir in unserer Zeit der konstanten Hektik und nie endenden Arbeit, beneiden können.

 

Neederlandse Cultuurkalender 2016 – November
Stichting Civitas Christiana

© Nachdruck ist mit Quellenangabe gestattet.

Der hl. Joseph mit dem Jesuskind


Guido Reni (1575-1642) gilt als ein großer Barockmaler Italiens. Da es ihm gelingt, Gefühle intensiv darzustellen, wird er in unserer gefühllosen Zeit manchmal als Kitschmaler völlig falsch beurteilt.

Der hl. Joseph mit Kind ist ein beliebtes Motiv des Malers. Dieses Bild befindet sich im Museum of Fine Art in Houston. Es zeigt Joseph in Dreiviertelfigur als einen alten Mann: Seine Haare sind schon grau und leicht schütter, sein Gesicht ist von Furchen durchzogen, sein Bart ist weiß und seine Hände sind die eines Handwerkers. Sein Alter und seine Haltung deuten auf seine Berufung im Dienst der Familie. Er hält das Kind so liebevoll auf seinen Armen und blickt es so zärtlich und ergeben an, wie man es von jedem Vater erwarten möchte.

Der kleine Jesus ist nackt, mit blonden Haaren und glatter Haut. Kindheit und Alter im Gegensatz und im Miteinander. Jesus entgegnet Josephs Blick leicht fragend. Er hält ihm einen Apfel entgegen. Ist es ein Symbol für Joseph als Nährvater oder verweist der Apfel auf den Sündenfall und auf die begonnene Erlösung?

Während Joseph leicht aus der senkrechten Frontalansicht gewendet ist, hat das Kind eine leichte Wendung aus der horizontalen Seitenansicht. Diese beiden Wendungen sind genial. Durch sie wird die Vater-Kind-Beziehung intensiviert. Der Mantel von Joseph verdeutlicht die Einheit von Vater und Sohn.

Beeindruckend ist die harmonische Farbgestaltung des Bildes.

Alois Epple

 

Quelle: Der Fels, Titelbild März 2021.
Eichendorfer Str. 17, D-86916 Kaufering.
Redaktion:
Hubert.Gindert@der–fels.de

© Nachdruck ist mit Quellenangabe gestattet.

Samstag, 15. November 2025

Mater Populi Fidelis: Eine Note, „die Luther unterschreiben würde“

 


Heiliger Ludwig M, Grignion von Montforrt

 Luis Solimeo, USA

Am 4. November veröffentlichte das Dikasterium für die Glaubenslehre die „Mater Populi Fidelis: Lehrnote zu einigen Marientiteln bezüglich Marias Mitwirkung am Heilswerk“ (im Folgenden: Note). Präfekt des Dikasteriums, Kardinal Victor Manuel Fernández, und Sekretär, Msgr. Armando Matteo unterzeichnete die Note, die Papst Leo XIV. am 7. Oktober billigte und deren Veröffentlichung er anordnete. Die Note stellt klar, dass die Abfassung des Dokuments während des Pontifikats von Papst Franziskus beschlossen wurde: „Der Papst Leo XIV. billigte in der Audienz, die dem unterzeichneten Präfekten zusammen mit dem Sekretär der Glaubenssektion des Dikasteriums für die Glaubenslehre am 7. Oktober, dem Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz, gewährt wurde, die vorliegende Note, die in der ordentlichen Sitzung dieses Dikasteriums am 26. März 2025 beschlossen wurde, und ordnete ihre Veröffentlichung an.“[1]

Ebenso skandalös wie die Erklärung „Fiducia supplicans“

Diese Note sorgte unter den Gläubigen für Skandal und Verwirrung, möglicherweise sogar mehr als die Veröffentlichung der von Papst Franziskus gebilligten Erklärung „Fiducia supplicans“ über die pastorale Bedeutung von Segnungen durch dasselbe Dikasterium am 18. Dezember 2023, welche die Segnung homosexueller und ehebrecherischer Verbindungen erlaubte.[2]

Bezeichnenderweise veröffentlichte die New York Times einen Tag nach Erscheinen der Fiducia supplicans einen Artikel mit einer aussagekräftigen Überschrift: „Geschichte wird geschrieben an einem Dienstagmorgen – mit dem Segen der Kirche: Einen Tag nach der Ankündigung des Papstes, dass katholische Priester gleichgeschlechtliche Paare segnen dürfen, empfängt ein New Yorker Paar seinen Segen.“

Die Times illustrierte den Artikel mit einem Foto von Pater James Martin SJ, einem der führenden Köpfe der „katholischen“ Homosexuellenbewegung, der ein homosexuelles Paar segnet, und der Bildunterschrift: „Pater James Martin segnet Jason Steidl Jack (links) und seinen Ehemann Damian Steidl Jack (Mitte) in Manhattan.“[3]

Sowohl die Note als auch die Fiducia supplicans verwerfen die Lehre, die die Kirche in moralischer und dogmatischer Theologie stets vertreten hat.

„Ein besonderes ökumenisches Bemühen“

In der Note heißt es, dass im Rahmen eines „besonderen ökumenischen Bemühens“ geklärt werden soll, „in welchem ​​Sinne bestimmte Titel und Ausdrücke, die sich auf Maria beziehen, akzeptabel sind oder nicht.“[4] Dr. Gavin Ashenden, ehemaliger anglikanischer Kaplan von Königin Elisabeth II., der 2019 zum Katholizismus konvertierte, kommentiert die Note wie folgt: „Es gibt Codewörter in der Theologie“, und eines davon ist „Ökumene“. Er erklärt: „Es bedeutet, dass sich dieses Dokument in den katholischen Kulturkampf einmischen wird, und zwar auf der Seite dessen, was wir oft den Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils nennen.“[5]

Diese Beobachtung ist zutreffend, da das Hauptanliegen der Note eindeutig darin besteht, die traditionelle kirchliche Lehre von der Miterlösung Mariens und der universellen Mittlerschaft aufzugeben und sich so weit wie möglich der protestantischen Position anzunähern.

Pater Serafino Maria Lanzetta, ein Mariologe[6], kommentiert die Note treffend: „Der Zweck dieses neuen Dokuments ist in der Tat sehr ökumenisch, das heißt, um eine Übereinkunft mit den Protestanten zu erzielen. Ehrlich gesagt, würde ich sagen, dass Luther es unterzeichnen würde; Luther ist sehr zufrieden mit diesem Dokument. Aber was ist mit den Katholiken?“[7]

Wie Sie sich vielleicht erinnern, lehnte Luther die Tradition und das Lehramt der Kirche ab, indem er bekräftigte, dass die Norm des Glaubens sola scriptura (allein die Schrift) sei. Natürlich wurde die Schrift gemäß seinen, Martin Luthers, theologischen und philosophischen Theorien interpretiert. Nach einer Zusammenfassung dessen, was Tradition und Lehramt über die Mittlerschaft und Miterlösung Mariens gelehrt haben, kommt die Note, basierend auf Bibelstellen, die gemäß dem Modernismus und der Nouvelle Théologie interpretiert wurden, zu dem Schluss: Es ist stets unangemessen, den Titel ‚Miterlöserin‘ zu verwenden, um Marias Mitwirkung zu definieren (Nr. 22). Und weiter: Angesichts dieser Klarheit im geoffenbarten Wort Gottes ist besondere Vorsicht geboten, wenn der Begriff ‚Mittlerin‘ auf Maria angewendet wird (Nr. 24).

Verzicht auf das ordentliche Lehramt

Wie bereits erwähnt, erkennt die Note zwar an, dass diese Titel in der frühen Kirche ihren Ursprung haben, sich im Laufe ihrer Geschichte weiterentwickelt haben, von den größten Theologen erklärt und – was besonders wichtig ist – von den Päpsten verwendet wurden, doch ignoriert das Dokument die Tradition und das Lehramt der Kirche.

Würden falsche oder unzureichende Lehren über einen langen Zeitraum durch Päpste, Bischöfe, Theologen und kirchliche Praktiken wie die Liturgie, die Genehmigung von Gebeten und die Erlaubnis zum Bau von Kirchen und Schreinen zur Verehrung einer bestimmten Andacht an die Gläubigen weitergegeben, würde die Kirche Irrtum statt Wahrheit verbreiten, was ihrem Auftrag widerspräche.

Deshalb bekräftigte Pius XII., dass die Verheißung unseres Herrn auch für das ordentliche Lehramt gilt: „Wer euch hört, der hört mich“ (Lukas 10,16).[8] Das ordentliche Lehramt der Kirche beschränkt sich nicht auf die Lehre der Päpste. Es umfasst auch alles, was Theologen über einen längeren Zeitraum als kirchliche Lehre darstellen und was die Gläubigen seit Langem als solche angenommen haben. Würde die Kirche zulassen, dass diese gemeinsame, beständige und universelle Lehre Irrtümer enthält, so würde sie selbst irren.[9]

So schrieb der bekannte Theologe Pater Reginald Garrigou-Lagrange bereits 1941: „Nach dem, was die Kirchenväter über Maria als die neue Eva lehren, … ist es allgemeine und sichere Lehre, ja sogar Fidei proxima, dass die selige Jungfrau, die Mutter des Erlösers, ihm im Werk der Erlösung als sekundäre und untergeordnete Ursache verbunden ist, so wie Eva mit Adam im Werk des menschlichen Verderbens verbunden war.[10]

Pater J. A. de Aldama SJ, ein renommierter Mariologe, bemerkte seinerseits 1950 nach der Analyse der Marientexte der Päpste Pius IX., Leo XIII., Pius X., Benedikt XV., Pius XI. und Pius XII.: „Trotz der Einwände einiger Theologen wird der Titel der Miterlöserin ausdrücklich bekräftigt.“ Und weiter:Es ist eine Glaubensfrage, dass Maria zumindest mittelbar an der Vollendung der Erlösung mitgewirkt hat.“ „Die Tatsache, dass sie unmittelbar mitgewirkt hat, entspricht auch eher den Lehren der Päpste.“

Er schloss: „Dass der Titel ‚Miterlöserin‘ rechtmäßig verwendet werden kann, steht fest (Hervorhebung im Original); an seiner Angemessenheit besteht kein Zweifel.“[11]

In einer späteren Schrift betonte er:

„Wenn über mehr als ein Jahrhundert sechs verschiedene Päpste in zahlreichen, offiziell an die gesamte Kirche gerichteten Dokumenten mit klarer doktrinärer Absicht und nicht nur beiläufig übereinstimmen, sich darauf einigen, eine bestimmte Lehre in Bezug auf die Offenbarungsgute (gemeint sind jene Elemente, die wir als konstant und gemeinsam bezeichnet haben) zu lehren, kann man dann zugeben, dass diese Lehre nicht wahr ist? Selbst wenn das ordentliche Lehramt des Papstes nicht von Natur aus unfehlbar ist, würde die Anerkennung der Möglichkeit eines Irrtums unter diesen Umständen die gesamte Kirche nicht ernsthaft der Gefahr des Irrtums aussetzen, von eben jener Person in die Irre geführt zu werden, deren Aufgabe es ist, den Glauben zu bewahren?“

„Diese Überlegung führt uns zu der Annahme, dass die Lehre von Marias Verbindung mit dem Erlösungswerk, über ihre mütterliche Rolle hinaus, unmittelbar im Bereich der objektiven Erlösung selbst, nicht länger als bloße theologische Meinung bezeichnet werden kann, sondern den Status einer Gewissheit erreicht hat.“[12]

Die zerstörerische Wirkung „kritischer Verehrer“

In seinem unvergleichlichen Werk „Abhandlung von der wahren Andacht zur allerseligsten Jungfrau Maria“, einem Buch, das die Marienverehrung seit Jahrhunderten inspiriert, erörtert der hl. Ludwig Maria Grignon von Montfort kritische oder falsche Verehrer, die unter dem Vorwand, Exzesse in der Marienverehrung zu vermeiden, letztlich diese Verehrung zerstören. Schließen wir diese Betrachtungen mit den Worten dieses verehrten Heiligen und wahren Marienverehrers ab.

„Die kritischen Verehrer sind gewöhnlich stolze Gelehrte, sogenannte starke, sich selbstgenügende Geister, die zwar eine gewisse Ehrfurcht vor der allerseligsten Jungfrau haben, aber alle Andachtsübungen, welche einfache Leute schlicht und einfältig dieser guten Mutter erweisen, bekritteln, weil sie nicht nach ihrem Geschmack sind. … Sie schaden der Andacht zur allerseligsten Jungfrau unendlich und bringen leider nur allzuviele mit Erfolg davon ab, unter dem Vorwande, derartige Missbräuche bekämpfen zu müssen.[13]

Ist es darum nicht höchst staunens- und bedauernswert, mein liebenswürdiger Meister, die Unwissenheit und Blindheit sehen zu müssen, mit der die Menschen auf Erden Deiner heiligen Mutter gegenüber stehen? Ich rede hier nicht von den Götzendienern und Heiden, die keine Kenntnis von Dir haben und sich daher auch nicht darum kümmern, Maria kennen zu lernen. Ich rede auch nicht von den Häretikern und Schismatikern, die von der Andacht zu Deiner heiligsten Mutter nichts verstehen, weil sie von Dir wie von deiner heiligen Kirche getrennt sind. Ich denke hier nur an die katholischen Christen und vor allem an die Gelehrten, die zwar dazu berufen sind, andere in den Wahrheiten zu unterrichten, doch weder Dich noch Deine heilige Mutter wahrhaft kennen, und daher nur auf eine spekulative, trockene, unfruchtbare und gleichgültige Weise von Euch reden. Nur selten sprechen diese Herren von Deiner heiligen Mutter und von der Andacht, die man zu ihr haben soll. Denn sie befürchten, wie sie sich ausdrücken, man möchte damit Missbrauch treiben oder Dir dadurch eine Unbill zufügen, dass man Deiner heiligsten Mutter zu viel Ehre erweise. [64]

 

 

Die deutschen Zitate der „Abhandlung“ wurden aus dem „Goldenem Buch“, Lins-Verlag, A-Feldkirch, 1987 entnommen

 

 

Fußnoten (vom englischen Original)

[1] Dicastery for the Doctrine of the Faith, Mater Populi Fidelis: Doctrinal Note on Some Marian Titles Regarding Mary’s Cooperation in the Work of Salvation, Vatican.va, Nov. 4, 2025, https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_ddf_doc_20251104_mater-populi-fidelis_en.html.

[2] See Luiz Sérgio Solimeo, “Pope Francis Authorizes Blessing Homosexual Couples and Adulterers with a Declaration and a ‘Clarification’ that Favor Sin,” TFP.org, Feb. 1, 2024, https://www.tfp.org/pope-francis-authorizes-blessing-homosexual-couples-and-adulterers-with-a-declaration-and-a-clarification-that-favor-sin/.

[3] Amy Harmon, Ruth Graham, and Sarah Maslin Nir, “Making History on a Tuesday Morning, With the Church’s Blessing,” The New York Times, Dec. 19, 2023, https://www.nytimes.com/2023/12/19/us/catholic-gay-blessing-pope-francis.html.

[4] Mater Populi Fidelis, Presentation.

[5] Gavin Ashenden, “How Do You Solve a Problem Like Maria, In the Form of ‘Mary ‘Co-Redemptrix’?’ Mary, Politics, and the Ghost of Pope Francis,” Nov. 5, 2025,

Gavin Ashenden - 'New English Catholic'

'How Do you Solve a Problem like Maria,- In the Form of 'Mary "Co-Redemptrix"?'

The new note from Cardinal Fernández and the DDF…

[6] Fr. Serafino Maria Lanzetta is a member of the Marian Franciscans in the United Kingdom. He is a lecturer in Systematic Theology at St. Mary’s University, Twickenham, London, and at the Faculty of Theology in Lugano, Switzerland.

[7] Serafino Maria Lanzetta, “Commentary on Mater Populi Fidelis,” CatholicaFides.org, Nov. 6, 2025, https://catholicafides.org/2025/11/06/commento-alla-mater-populi-fidelis/.

[8] Pius XII, encyclical Humani Generis, no. 20, https://www.vatican.va/content/pius-xii/en/encyclicals/documents/hf_p-xii_enc_12081950_humani-generis.html.

[9] Cf. J.-M. A. Vacant, The Ordinary Magisterium of the Church and its Organs, Printed with the authorization of His Grace the Bishop of Nancy and His Grace the Archbishop of (Paris: Delhomme et Briguet, 1887).

[10] Reginald Garrigou-Lagrange, O.P. The Mother of the Savior, trans. Bernard J. Kelly (Charlotte, N.C.: Tan Books, 2012), https://where-you-are.net/ebooks/mother-of-the-saviour-and-our-i-garrigou-lagrange-reginald-o.pdf.

[11] Iosepho A. de Aldama, S.I., Mariologia seu de Matre Redemptoris, in Sacra theologiae summa (Madrid: Biblioteca de Autores Cristianos, 1950) v.3 p. 372,.

[12] Fr. José A. de Aldama, “Posición actual del Magisterio Eclesiástico en el problema de la Corredención,” 75, https://archive.org/details/maria-en-la-patristica-de-los-siglos-i-e-ii-jose-antonio-de-aldama/Posici%C3%B3n%20actual%20del%20Magisterio%20Eclesi%C3%A1stico%20en%20el%20problema%20de%20la%20Corredenci%C3%B3n%20-%20Pe.%20Jos%C3%A9%20A.%20de%20Aldama/page/n15/mode/1up.

[13] Louis-Marie Grignon de Montfort. A Treatise on the True Devotion to the Blessed Virgin, trans. Frederick William Faber (Sherbrooke, QC: St. Charles Seminary, 1901), 75–76, https://archive.org/details/cihm_75551/page/n161/mode/2up .

[14] de Montfort, The True Devotion, 64.